| Hoher Blutdruck und viel Adrenalin inklusive |
| Geschrieben von Neue Osnabrücker Zeitung | |
| Montag, 24. Mai 2010 | |
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Zwei Autos stehen verkeilt auf einer abgelegenen Straße. Direkt dahinter ein Bus, aus dem verzweifelte Hilfeschreie nach außen dringen. Ein Horrorszenario, das in diesem Fall zum Glück nur gestellt ist. Am Ende des Tages gehen alle Beteiligten unbeschadet nach Hause. Grund: Der Osnabrücker Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes hat auf dem Gelände der Britenkaserne am Limberg Sonntag eine Großübung durchgeführt. Hoher Blutdruck und viel Adrenalin inklusive. Es ist alles perfekt vorbereitet, als die ersten Rettungskräfte eintreffen. Die „Opfer“ sitzen oder liegen geschminkt mit verschiedensten Verletzungen in den Autos und dem Bus. Jeder hat genaue Anweisungen, wie er sich zu verhalten hat. Zwei als Bundeswehrsoldaten verkleidete Männer sind dabei das erste Hindernis für das Erstversorgerteam. Die drei Männer sind als Erste am Unfallort und wollen sich einen Überblick verschaffen. Doch die beiden Uniformierten hindern sie daran, schreien wild herum und fordern die Retter so ein erstes Mal heraus. „Mit solchen Situationen muss man im Ernstfall auch umgehen können“, sagt Torsten Gewinner vom DRK Osnabrück-Stadt. Zusammen mit mehreren Beobachtern steht er am Rande und kontrolliert genau die einzelnen Abläufe der Rettungsteams, die nach und nach mit Blaulicht an der Unfallstelle auf dem Kasernengelände eintreffen. Der Ort des Geschehens ist dabei wie geschaffen für eine solche Übung. Die Fahrzeuge stehen auf einer echten Straße, und auch die Verletzten geben ihr Bestes. Schreie, die durch Mark und Bein gehen, kommen aus dem Bus, im Eingang liegt eine abgetrennte Hand, andere Opfer laufen apathisch umher. Alle Hände voll zu tun also für die Helfer, die übrigens allesamt freiwillig im Dienst sind und auch jetzt in der größten Hektik bemerkenswert die Ruhe bewahren. Das Team der Freiwilligen Feuerwehr Eversburg zum Beispiel erkennt schnell, dass der Insasse des einen Autos nur mit schwerem Gerät befreit werden kann. Schnelles Handeln Währenddessen haben die Kollegen, die vom Malteser-Hilfsdienst oder von anderen DRK-Verbänden aus Melle oder Wallenhorst vor Ort sind, schon provisorische Versorgungslager errichtet. Nach und nach werden die Verwundeten dort hingetragen und behandelt. „Kein Krankenhaus könne so viele Verletzte auf einmal aufnehmen, da muss schnell gehandelt werden“, beschreibt Gewinner erneut den Ernstfall. Dennoch: Alles geht nicht glatt. „Die Hand kann nicht mehr gerettet werden, die liegt schon seit zehn Minuten ungekühlt in der Sonne“, gibt ein Beobachter zu Protokoll. Währenddessen durchstreift schon die Rettungshundestaffel Wallenhorst mit Suchhund Lena das Gelände. Ein kleines Kind sollte von dem Suchtrupp aufgespürt werden. Auch hier läuft die Arbeit genauso professionell wie bei allen anderen der insgesamt über 50 Einsatzkräfte, die trotz strahlender Sonne in dicker Uniform den Ernstfall auf dem Gelände der Britenkaserne geübt haben.
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